Werkkommentar
Locken für Birkhahn-Septett

Wer lockt hier eigentlich wen? Ist’s der Jäger, wie er den Birkhahn vor die Flinte lockt? Oder ist der Weidmann, wenn er so den Vogel mit seinem Pfeifchen hinterm Busch hervorholt, just dem großen Rufe der Natur gefolgt? bei deren Klang verblassen alle Künste selbst ernannter Rattenfänger.
Nun ein munteres Birkhahn-Biotop im Konzertsaal. Zugegeben, die Tiere sind nicht allzu heil gelandet. Leicht zerzaust, so in alle Bestandteile zerlegt und neu zusammengesetzt eher ein Biotop von Untoten, Birkhahn-Zombies, Wolpertingern. Doch den Viechern geht’s ganz gut dabei. Man braucht nicht viel, um sich unter Gleichgesinnten wohl zu fühlen etwas Rausch-Klangfarbe reicht. Die Tonhöhen, die man ihnen unterjubeln will, wie Kuckuckseier ins gemachte Nest gelegt, sind keine wirkliche Krise, lediglich eine kleine Alltags-Aufgeregtheit. Die wird dann auch souverän gemeistert kein Problem für Birkhähne.
Ansonsten: einfach in Ruhe lassen! Dann gedeihen sie gut und bereiten viel Freude.
Frankfurt Main, 3. August 2006, Robin Hoffmann
Tonträger
X Fenster schließen